Zwangsstörungen

Ticks, Marotten oder Rituale kennen viele von uns an sich selbst. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens gewisse Angewohnheiten, die ihm helfen, mit schwierigen Situationen umzugehen. Bis zu einem bestimmten Mass sind Ritualhandlungen beruhigend und bieten Sicherheiten. Selbst die vermeintlich Starken pflegen feste Riten, die Ihnen helfen, erfolgreich zu sein. Fussballstars, Politiker, Religionsführer, Menschen in Risikoberufen – sie alle üben Ritualhandlungen mehr oder weniger offen oder versteckt aus. Bis zu einem bestimmten Punkt sind wiederkehrende Verhaltensformen normal.

Anfänglich versuchen die Betroffenen eine plötzlich auftretende, beklemmende Angst durch selbstberuhigende Gesten, wie tiefes Einatmen oder kurzfristiges Schliessen der Augen zu beherschen und zu kontrollieren. Der Übergang vom normalen zum eigentlichen zwanghaften Verhalten vollzieht sich im Laufe der Lebensjahre meist unbemerkt und allmählich und ist sogar von den engsten Familienmitgliedern kaum zu erkennen. Werden die Zwänge einschränkend und dominierend, könnte es sich um eine Zwangsstörung handeln. Klinisch gesehen umfasst das zwanghafte Verhalten ein breites Spektrum an zum Teil vollkommen harmlosen Angewohnheiten bis hin zu den manisch-depressiven Verhaltensweisen, die das Leben erheblich einschränken und teilweise bestimmen.

Die Zwänge müssen mitunter stundenlang ausgeführt werden, bevor man sich wieder anderen Lebensaufgaben und Themen widmen kann. Kommt es zu neuem Kontakt mit den zwangauslösenden Reizen wie Verschmutzung (Waschzwang) oder Unsicherheiten (Kontrollzwang) wird das Ritual wieder ausgeführt und beginnt von vorn.

Probleme mit den Mitmenschen

Viele Zwänge rauben den Betroffenen ein erhebliches Mass an notwendiger Energie, die für andere wichtige Aufgaben im Lebensalltag aufgebracht werden muss. Dadurch werden ihre soziale Beziehungen zu anderen Menschen mitunter stark auf die Probe gestellt oder gar behindert. Das macht sich über kurz oder lang sogar im Freundeskreis bemerkbar – unbewusst ziehen sich auch enge Freunde allmählich zurück, weil sie sich vereinnahmt fühlen. Wenn Marotten oder Ticks unkontrollierbar werden und das eigene Leben bestimmen, liegen meist tiefere, psychische Probleme vor. Aus dem anfänglich kleinen Tick wird plötzlich eine Zwangsstörung – in der Fachsprache OCD (Obsessive Compulsive Disorder). In der Regel schaffen es die Betroffenen nicht mehr, sich selbst von ihren lästigen Angewohnheiten zu befreien und benötigen professionelle Hilfe, z.B. die eines Psycho-Therapeuten und eines zertifizierten Hypnose-Therapeuten.

Befreiung aus der sozialen Isolation

Die Häufigkeit von Zwangsstörungen ist lange Zeit unterschätzt worden. Dabei leiden weltweit Millionen von Menschen unter den verschiedensten Arten von Zwängen. In der Schweiz spricht man von gegenwärtig schätzungsweise 100.000 bekannten Fällen. Allgemein geht man von etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung aus, die irgendwann im Leben eine ausgeprägte Zwangsstörung entwickelt.

Sehr viele Betroffene setzen sich unnötigerweise einem jahrelangen Leidensdruck aus, der schlussendlich in die soziale Isolation führt. Erfahrungsberichte zeigen, dass zwanghafte Persönlichkeiten sich zum Teil gänzlich von ihrem familiären Umfeld abwenden. Ein Teufelskreis entsteht, der das Problem noch verschärft, weil ablenkende und entschärfende Faktoren wegfallen. Den meisten Betroffenen wird die Unsinnigkeit ihrer Denk- und Handlungsspiralen im Laufe der Zwangsstörung durchaus bewusst. Trotzdem können sie sich nur in seltenen Fällen aus der Gefangenschaft ihrer Zwangsgedanken loslösen. Sie meiden deshlab den Kontakt mit anderen Menschen, weil sie sich ihrer Zwangshandlungen schämen.

 

Den Teufelskreis der Zwangshandlungen unterbrechen

Viele Menschen nehmen oft gar nicht oder erst viel zu spät professionelle Hilfe in Anspruch, da sie ihr eigenes Problem nicht als solches erkennen oder keinen Rat von Aussen erhalten, wenn sie allein leben. Die persönliche Isolation ist kontraproduktiv und fördert lediglich eigene Ängste, die wiederum oft als eigentliche Ursache für viele der zwanghaften Handlungen gelten. Auch das Unterdrücken und aktive Bekämpfen von Zwangsstörungen kann ins Gegenteil umschlagen. Wer etwa versucht, festgefahrene Zwangshandlungen und Rituale, die Sicherheit vermitteln sollen, zu unterdrücken, kann die Ängste noch schüren.

Und noch ein Problem scheint die Situation zu verschärfen. Das Ausführen des Zwangsrituals verstärkt im Laufe der Erkrankung den Zwang immer mehr, so dass die Betroffenen immer mehr Kraft aufwänden müssen, um das angestrebte Gefühl der Sicherheit überhaut zu erreichen. Dieses bei den meisten Zwangserkrankten extrem ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis führt dazu, dass es Betroffenen sehr schwer fällt, sich mit Risiken, die das Leben mitunter auch im Alltag in sich birgt, abzufinden.
Zwanghafte Personen sollten und müssen nicht allein leben. Es existieren weltweit Selbsthilfegruppen und Interessenverbände, die intensiv daran arbeiten, unmittelbar Betroffene aus ihrer beherrschenden Isolation zu lösen und gleichzeitig das Thema Zwangshandlungen distanzierter zu betrachten.

Ausprägungen von Zwangsstörungen

Zwangsbehaftete Menschen widmen sich mit ihrer ganzen Kraft und Aufmerksamkeit dem breiten Spektrum der eigenen Zwangshandlungen. Die Angst vor der eigenen Angst hindert sie aber, ihr zwanghaftes Verhalten zu unterlassen. Dieser sich tagtäglich wiederholende Kampf mit sich selbst ist sehr kräfteraubend und das Resultat oft eine schwerwiegende Erschöpfung der Betroffenen.
Denn das System, wonach die einzelnen Schritte der Handlung ablaufen, ist übermässig aktiviert. So verfängt sich ein unter Zwangsstörungen leidender Klient immer tiefer in das Ausführen und Überprüfen seiner rituellen Handlungen. Man kann sagen, dass sich die "Schaltzentrale zur Verhaltenssteuerung" verselbstständigt hat. Der Klient kann einfach nicht mehr so handeln, wie er es eigentlich möchte.
Es gibt eine grosse Vielzahl an Zwängen, von denen etwa gleich viele Männer wie Frauen betroffen sind. Denoch gibt es feine Unterschiede. Meist sind es Frauen, die Wasch- und Putzzwänge entwickeln, während sich Männer vermehrt privaten und beruflichen Kontrollzwängen ausgesetzt fühlen. Weitere verbreitete Zwangsstörungen sind Zählzwang, Schliesszwang, oder auch der Zwang zum Horten und Sammeln von Menschen, die sich nicht von Dingen lösen können. Die Liste der Zwangshandlungen ist unendlich und es gibt auch zahlreiche individuelle Zwangshandlungen, die nicht ins Bild passen.

Hypnose zur Behandlung von Zwangsstörungen

Zwangserkrankungen können durch die Hypnosebehandlung aufgeklärt und den Ursachen auf den Grund gegangen werden. In der Folge finden Klienten in ihren inneren Harmoniezustand zurück. Klienten, die unsere arvadis-Praxis aufsuchen, erleben ihren Zwang als extrem belastend. Es ist den meisten nicht möglich, sich über ihre Verhaltensstörung selbst hinwegzusetzen.

Andererseits gibt es Menschen, die es schaffen, ihre störenden Zwangshandlungen zeitweise aufzugeben. Sie tun dies bewusst und stets mit einem als äusserst unangenehm empfundenen Gefühl. In der Folge fühlen sie sich weiter unsicher und angespannt und können hierdurch sogar weitere Zwänge entwickeln. Die Lebenssituationen der Betroffenen werden oftmals durch die Auswirkungen ihrer Zwangshandlung so sehr eingeschränkt, dass diejenigen vielen Situationen bewusst aus dem Weg gehen, bei denen sie wissen, dass sie sich in den jeweiligen Momenten nicht wehren können.
Zwänge können nun durch Hypno-Therapie sowohl abgeschwächt als auch vollständig aufgelöst werden. Jeder Zwang wird wie auch die Angst, die einen Klient konkret belastet, individuell in unserer Praxis behandelt.

Durch Hypnosebehandlungen werden Gefühle ausgelöst. Es  werden keinerlei negative Suggestionen an das Unterbewusstein gesendet. Klienten erfahren, wie ihre negativen Gefühle durch positive neue überschrieben und verändert werden. Diese Suggestionen werden sofort verinnerlicht und langfristig abgespeichert. Hypnose hilft hier Klienten, alte Wunden zu heilen, die ein den Betroffenen lange Zeit unterschwellig belastet haben. In der Folge werden störende Verhaltensweisen und Zwangshandlungen aufgelöst und stattdessen neue erlernt.

 

 

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