Anorexie und Bulimie

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Auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Themen, die aber doch miteinander verwandt sind und aus unserer Sicht auf ähnliche Auslöser zurückzuführen sind.

Unter Anorexie verstehen Mediziner Appetitlosigkeit, bei der die Betroffenen ihren Appetit oder das Verlangen nach Nahrung aufgeben. Bei länger andauernder Anorexie lässt später auch das Hungerempfinden als wichtiges Signal für den Körper nach und es kommt zu schweren gesundheitlichen Schäden. Einhergehend mit der Unlust zu Essen geht ein gefährlicher Gewichtsverlust - oft stehen Betroffene nahe am Verhungern.

Die Bulimie, auch Ess-Brech-Sucht genannt, gehört wie die Magersucht und andere Probleme der Nahrungsaufnahme zu den Essstörungen.

Wenn der Hunger süchtig macht

Heisshunger auf Kartoffelchips, Schokolade oder Gummibärchen? Das ist ganz normal und menschlich. Ab und zu haben neigen wir Menschen zu Handlungen, von denen wir wissen, dass sie uns schaden. Problematisch wird es erst, wenn Heisshungerattacken oder das Verlangen nach Essen in eine nicht zu bändigende Gier umschlägt. Wenn diese Gier beginnt, das Leben zu bestimmen und sich zu einem zwanghaften Verhalten entwickelt, das keinen Platz für andere Leidenschaften mehr lässt, haben wir ein Problem. Das wissen auch die Betroffenen und wollen das, was sie zuvor masslos in sich hineingeschlungen haben, wieder rückgängig machen und sich so schnell wie möglich wieder von ihrer Esssucht befreien.

Wer unter Bulimie leidet empfindet seinen Hunger als unstillbar und alles beherrschend. Der Esszwang führt dazu, dass die Betroffenen sogar nachts zum Kühlschrank schleichen und alles, was sie finden, in sich hineinstopfen. Bald kippt die Stimmung und ein Bulimiker empfindet nur noch Ekel – vor sich, dem Essen und seinem vollen Bauch. Der Zwang, alles schnell wieder loswerden zu wollen, beherrscht das ganze Denken. Der Weg führt ins Badezimmer, wo dann oft viele tausend Kilokalorien, die zuvor in sich hineingestopft wurde, erbrochen werden.

Eine Verhaltensstörung, die oft junge Frauen betrifft

Es sind oft Frauen, die unter diesen radikalen Essstörungen leiden. Ihr Körpergewicht liegt meist im unteren Normbereich. Bulimie und Anorexie kann auf Dauer zu schweren Gesundheitsschäden führen und im Extremfall sogar das eigene Leben gefährden.

Bulimie-Patienten sind oft durch ein bestimmtes Persönlichkeitsbild gekennzeichnet. Viele leiden unter einem geringen Selbstbewusstsein, mangelnder Annahme ihrer selbst und grosser Selbstunsicherheit. Gleichzeitig nehmen Sie eine starke Erwartungshaltung aus ihrer Umwelt wahr. Sie glauben, anderen Vorstellungen entsprechen zu müssen und fühlen sich vielfach überfordert. Der von aussen wahrgenommene Druck kehrt sich nach innen und richtet sich gegen das Selbst. Viele Bulimie-Kranke empfinden starken Leistungsdruck, sind extrem ehrgeizig und entwickeln perfektionistische Verhaltensweisen.

Viele junge Frauen entwickeln Bulimie auch, weil ihr Berufsbild eine gewisse Gewichtseinschränkug erfordert wie Stewardessen, Schauspieler, Tänzer oder Skispringer, die extrem auf ihr Gewicht achten müssen. Wer unter Essstörungen leidet, hat ein Gedankenkarussel in Gang gesetzt, das sich nur schwer stoppen lässt. Betroffene befassen sich unentwegt mit dem Essen, Diäten, ihrem Körpergewicht und der Figur und wollen Kalorien verlieren.

Was gilt als Ursache für Bulimie oder Anorexie?

Wie bei vielen psychischen Störungen gibt es mehr als nur einen Auslöser, sondern vielmehr einen Mix an Einflüssen. Die Persönlichkeit, das Erlebte und die körperliche Veranlagung spielen dabei ebenso eine Rolle wie gute oder schlechte Erfahrungen, Bildung, Erziehung und soziale Umgebung. Von den Medien vorgegaukalte Schönheitsvorstellungen können die eigene Körperwahrnehmung und Selbstannehme stören und sorgen dafür, dass die Krankheit entsteht. Auch familiäre Probleme oder unglückliche Liebesbeziehungen (oft bei Teenagern) oder Schulschwierigkeiten können die Krankheit negativ fördern. Meist empfinden Betroffene sich ihren Lebensumständen als "ausgeliefert". Die (oft unbewusste) Kontrolle der Nahrungszuführung erschafft ein Gefühl der Sicherheit.

Aus unserer Erfahrung liegen die Ursachen für beide Einschränkungen des Alltagslebens auf einer Ebene. Oftmals hat das Unterbewusstsein der betroffenen Personen gelernt, durch Störungen wie Bulimie oder Anorexie einen Vorteil zu erlangen. Dieser Vorteil ist das Erhalten grösserer Aufmerksamkeit, Liebe oder Zuneigung (an der es evtl. zuvor gemangelt hat). Oft kommt es zudem vor, dass sogar nach einer klinisch betreuten Anorexie eine Verhaltensänderung auftritt, die sich dann in eine Bulimie wandelt.

Radikales Verhalten - Essattacken wechseln mit Hungerperioden

Erschwerend für die Heilung der Erkrankung ist das grosse Schamgefühl, unter dem die Betroffenen oft leiden. Wegen der nächtlichen Essattacken schwören sich Bulimiker häufig am nächsten Morgen, nie wieder die Kontrolle verlieren zu wollen. Radikale Pläne werden geschmiedet und das Leben umgekrempelt. So folgen oft Fastentage auf die Völlerei und der Körper wird bestraft. Doch das Vorhaben lässt sich nicht lange aufrecht erhalten, stattdessen wird eingekauft, und zwar nicht zu wenig, und die nächste Essperiode wird eingeleitet. Sie verfangen sich aus Scham in ein Netz aus Lügen und Ausreden oder neigen zum Verdrängen des Problems, das doch immer mehr das Alltagsleben einengt. Realitätsverlust und veränderte Wahrnehmung der eigenen Situation führen zu inneren Konflikten, die zudem noch Angststörungen verursachen können.

Bulimie und Anorexie sind deshalb nicht nur Essstörungen, sondern auch seelische Störungen. Diese wollen sanft und professionell erkannt und aufgelöst werden. Oft wird das, was wir bewusst und angestrengt bekämpfen, durch den Kampf noch verstärkt. Der teuflische Zyklus aus Lust und Essen und Ekel und Erbrechen ist eine Folge davon, wie sehr das Gefühl für den eigenen Körper und die Seele verloren gegangen ist. Statt den Körper und die Seele anzunehmen und aufzufangen, werden beide erbittert bekämpft und weiteren Belastungen ausgesetzt, die nicht selten zu noch schwereren Krankheiten führen können. Viel eleganter und nachhaltiger lässt sich die Bulimie mit hypnotherapeutischen Interventionen behandeln.
Der Seele nahekommen und durch den Zugriff auf das Unterbewusstsein in sie hineinhorchen, gelingt auf sanfte Weise durch Hypnose.

Hypnotherapie bei Essstörungen

 

Wir arbeiten relativ häufig mit jungen Menschen zwischen 18 und 25, welche an diesen Störungen leiden. Viele konnten den belastenden Zwang nach Erbrechen oder die Fixierung auf ihren sehr dünnen Körper ablegen und ein normales Verhältnis gegenüber sich selbst entwickeln. Auch das Essverhalten kann wieder normalisiert werden und ein neues harmonisches Körpergefühl erlangt werden.

Da die Umstände der Betroffenen sehr unterschiedlich sein können, beraten wir Sie gerne persönlich am Telefon. Scheuen Sie den Anruf nicht, das Gespräch bleibt selbstverständlich vertraulich.

Bitte besprechen Sie ein Coaching vorab auch mit Ihrem behandelnden Arzt.

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